Calciumsilikatplatten oder Mineralwolle für die Innendämmung?

Für die Innendämmung feuchtegefährdeter Wände sind Calciumsilikatplatten meist die sicherere Wahl, weil sie Feuchte aufnehmen und wieder abgeben. Mineralwolle ist ein verbreiteter und günstiger Dämmstoff, verlangt innen aber einen sorgfältig geplanten Wandaufbau. Dieser Vergleich zeigt Material, Feuchteverhalten, Kosten und Verarbeitung und hilft bei der Entscheidung für Ihre Wand.
Das Wichtigste in Kürze
- Calciumsilikatplatten sind nicht brennbar (Baustoffklasse A1), nehmen Feuchte auf und wirken durch ihren pH-Wert schimmelhemmend.
- Mineralwolle ist der verbreitete Standarddämmstoff und im Preis pro Quadratmeter deutlich niedriger.
- Calciumsilikatplatten werden auf den tragfähigen, vorbereiteten Untergrund geklebt, bei Mineralwolle hängt der Aufbau vom System ab.
- Bei feuchten oder schimmelgefährdeten Altbauwänden spricht mehr für Calciumsilikat, bei trockenen Wänden mit schlichtem Aufbau mehr für Mineralwolle.
Woraus bestehen Calciumsilikatplatten und Mineralwolle?
Calciumsilikat besteht laut BauNetz Wissen aus Kalk (Calciumoxid), Quarzsand (Siliziumdioxid) und Porenbildnern. Die Stoffe werden in Wasser aufgeschlämmt und unter überhitztem Wasserdampf und hohem Druck gehärtet. Es ist ein rein mineralischer Werkstoff.
Bei den Rezepturen unterscheiden sich die Hersteller. Die co2online nennt als Bestandteile Kalziumoxid, Siliziumdioxid, Flugasche und Zellulose. Die genaue Zusammensetzung einer Platte wie der CaSi Wohnklimaplatte Premium finden Sie auf der Herstellerseite.
Mineralwolle gehört zu den konventionellen Dämmstoffen. In Deutschland erreichen Mineral- und Glaswolle nach co2online einen Marktanteil von 50 bis 60 Prozent. Das erklärt, warum viele Handwerker sie gut kennen.
Beim Brandverhalten sind Calciumsilikatplatten mit Baustoffklasse A1 nach DIN 4102 als nicht brennbar eingestuft. Für ein konkretes Mineralwolleprodukt zählt die Angabe im Datenblatt des Herstellers.
Wie unterscheiden sich Feuchteregulierung und Schimmelschutz?
Calciumsilikat kann aufgrund seiner hohen Kapillarität Feuchtigkeit aufnehmen, zwischenspeichern und wieder abgeben. Wasser, das sich an der kalten Wandoberfläche bildet, bleibt so nicht als Film stehen. Das ist der Hauptgrund, warum die Platte als Innendämmung im Altbau gilt.
Hinzu kommt der pH-Wert: Durch den hohen pH-Wert von 10 ist das Material laut BauNetz Wissen schimmelhemmend. Schimmel findet auf einer solchen Oberfläche schlechtere Bedingungen. Das ersetzt aber nicht die Ursachenklärung, etwa bei undichten Stellen oder falschem Lüften.
Mineralwolle ist als Dämmstoff faserig und gegen Fäulnis unempfindlich, nimmt Feuchte aber nicht in der Weise auf und verteilt sie wie eine kapillaraktive Platte. Bei Innendämmung kommt es darauf an, wie Dampfbremse und Anschlüsse ausgeführt sind. Wird Feuchte hinter der Dämmung eingeschlossen, kann sie Schäden verursachen.
Für kalte Außenwände mit Kondensatrisiko ist ein kapillaraktiver, diffusionsoffener Aufbau darum einfacher zu beherrschen. Wie das bei einzelnen Räumen aussieht, zeigt der Blick auf Calciumsilikatplatten auf feuchtem Untergrund.
Was kosten Calciumsilikatplatten und Mineralwolle pro Quadratmeter?
Beim Material liegen die beiden Stoffe weit auseinander. Nach co2online kostet Steinwolle (Wärmeleitfähigkeit 0,040 W/mK) 11 Euro pro Quadratmeter (Stand 2024), nur Material. Calciumsilikatplatten kosten bei großflächigem Einsatz bis zu 100 Euro pro Quadratmeter, ebenfalls nur Material; die Stärken sind nicht vergleichbar angegeben. Der tatsächliche Preis hängt von Stärke, Menge und Hersteller ab.
| Dämmstoff | Richtwert pro m² (co2online) | Hinweis |
|---|---|---|
| Steinwolle | 11 Euro | bei 0,040 W/mK |
| Calciumsilikatplatten | bis zu 100 Euro (nur Material, Stärke abhängig vom Produkt) | großflächiger Einsatz |
Der Vergleich der Quadratmeterpreise greift aber zu kurz. Bei Calciumsilikat wird der Aufbau oft einfacher, bei Mineralwolle kommen je nach System Unterkonstruktion und Dampfbremse hinzu. Auch Kleber, Grundierung, Armierung und Arbeitszeit gehören in die Rechnung.
Fragen Sie darum bei Angeboten nach dem kompletten Wandaufbau: Fläche mal Preis pro Quadratmeter für Platte, Kleber, Grundierung und Armierung, dazu die Arbeitsleistung. Nur so lassen sich zwei Systeme fair vergleichen.
Wie unterscheidet sich die Verarbeitung auf der Baustelle?
Calciumsilikatplatten werden mit Kleber direkt auf die vorbereitete Wand angebracht. Der Untergrund muss tragfähig sein und wird bei saugenden Flächen grundiert, etwa mit einer Silikat-Grundierung. Danach folgen Verspachteln, Armieren und Verputzen.
Dabei spart ein durchgängiges System Arbeit. Der Wohnklimaplattenkleber Drei-in-eins dient zum Anbringen, Verspachteln, Armieren und Verputzen. Bei der grundierten Premium-Platte entfällt je nach Aufbau ein Arbeitsschritt, der Fachbetrieb prüft das vor Ort.
Zur Armierung gehört ein Glasgittergewebe, das Haarrisse und Kantenbrüche an den Plattenstößen verhindern soll, siehe Gewebearmierung. Die Plattenstärken reichen von 10 mm (Leibung) bis 50 mm.
Mineralwolle wird dagegen meist zugeschnitten und in einem Ständerwerk oder System eingebaut, mit Dampfbremse und sauber verklebten Anschlüssen. Das ist handwerklich anspruchsvoller, weil Fehler in der Luftdichtheit später Feuchteschäden begünstigen.
Welches Material passt zu welcher Altbau-Situation?
Die Wahl hängt vor allem vom Zustand der Wand ab. Prüfen Sie vorab diese Punkte:
- Ist die Außenwand feucht, kalt oder bereits von Schimmel betroffen? Dann sprechen Feuchteaufnahme und pH-Wert für Calciumsilikatplatten.
- Ist die Wand trocken und lässt sich ein sauberer Ständerwerk-Aufbau mit Dampfbremse herstellen? Dann kommt Mineralwolle in Frage.
- Gibt es Brandschutzanforderungen? Calciumsilikat ist als A1 nicht brennbar.
- Wie hoch ist das Budget für das gesamte System, nicht nur für das Material?
- Soll möglichst wenig Aufbau entstehen? Dann eignen sich dünnere Platten, auch für Leibungen. Welche Stärke passt, klärt der Fachbetrieb vor Ort.
Eine Kombination ist möglich, wenn Räume unterschiedlich beansprucht werden: etwa Calciumsilikat an kalten, feuchtegefährdeten Außenwänden und Mineralwolle in trockenen Bereichen. Planen Sie die Übergänge dann sorgfältig und lassen Sie das im Einzelfall von einem Fachbetrieb prüfen.
Häufige Fragen
Sind Calciumsilikatplatten schadstoffgeprüft?
Laut Hersteller sind die Platten von CaSi-Systems auf Asbest, Quarz und VOC geprüft. Das ist eine Angabe zur Produktprüfung, nicht zur Eignung für jede Wand.
Welchen Brandschutz bieten Calciumsilikatplatten?
Ob eine Platte als nicht brennbar gilt, steht im Datenblatt des jeweiligen Produkts, bei Calciumsilikatplatten wie bei Mineralwolle. Die Baustoffklasse nach DIN 4102 ist dort angegeben. Lassen Sie sich die Einstufung für Ihren Wandaufbau vom Fachbetrieb bestätigen.
Kann man Calciumsilikatplatten auf Gipsputz kleben?
Ja, mit einem Zusatzmittel. CS-Protect wird dem Wohnklimaplattenkleber beigemischt, damit er auf Gips- oder Kalkgipsputz sulfatbeständig haftet.
Sind Calciumsilikatplatten diffusionsoffen?
Das hängt vom Produkt ab, die Angaben dazu stehen im Datenblatt des Herstellers. Ob ein Wandaufbau insgesamt ohne Dampfbremse auskommt, hängt außerdem vom Gesamtaufbau ab. Lassen Sie das im Einzelfall vom Fachbetrieb prüfen.
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CaSi-Systems Klimaplatten
Wir bieten Calciumsilikat-Wohnklimaplatten und das passende Systemzubehör für die Innendämmung. Dazu gehören Grundierung, Kleber und Armierung als abgestimmtes Paket aus einer Hand. Wer die Platten für ein bestimmtes Projekt braucht, kann Plattenformate, Stückelung und Label individuell bestimmen. Für die Schimmelsanierung bieten wir mit Schimmel-EX außerdem einen chlorfreien Aktivreiniger an. Sprechen Sie uns über unsere Kontaktseite an, wir beraten Sie zu Plattenstärke und Aufbau.